Die 10 wichtigsten Cloud-Trends 2017

2016 wurden Cloud-Technologien zum Mainstream. Aber mit der Reife kam auch die Erkenntnis, dass die Verlagerung in die Cloud nicht über Nacht zu bewerkstelligen ist. CIOs setzen die Priorität auf Hosted Computing und Cloud-Datenspeicher. Aber sie betrachten den Vorgang als mehrjährigen Wandel in Etappen. IT-Teams bereiten sich auf diesen Wandel vor. Sie entwickeln Kompetenzen mit neuen Schulungsprioritäten und stellen Mitarbeiter mit Cloud-Erfahrung ein.

Viele Startups und Kleinunternehmen werden weiterhin voll auf die Cloud setzen. Aber der Erfolg für Großunternehmen wird in einer langsamen aber stetigen Verlagerung in die Cloud liegen. Hybrid-Systemumfelder mit Daten, Software und Infrastruktur werden bei den meisten etablierten Unternehmen dominieren. Wir zeigen Ihnen die zehn Trends, die unserer Meinung nach den fortschreitenden Wechsel in die Cloud 2017 maßgeblich gestalten werden.

1. Die IT verlagert ihr Kompetenzangebot

Kontinuierliches Wachstum bei der Einführung von Cloud-Lösungen erhöht die Nachfrage nach Cloud-Kompetenzen.

Deshalb priorisiert die IT cloudorientierte Schulungen für konkretes Know-how und neue Workflows. Um die Technologie-Roadmap Ihres Unternehmens umsetzen zu können, verlagert die IT ihr Kompetenzangebot. Schulungsprogramme konzentrieren sich auf Cloud-Sicherheit, gehostete Datenbanken und Infrastruktur als Service. Und IT-Manager suchen immer mehr nach Kandidaten mit Erfahrung in DevOps und Cloud-Plattformen wie AWS, Azure und Google Cloud-Plattform.

Die IT richtet ihren Ansatz ebenfalls neu aus. Wasserfallmethoden für mehrjährige Bereitstellungen am Standort waren lange Zeit der Standard. Aber mit der Cloud gehören Sorgen hinsichtlich Skalierbarkeit und Wartung beinahe der Vergangenheit an. Stattdessen übernimmt die IT agile Methoden, die kontinuierliche Entwicklung und Projektbereitstellung bieten. Gehostete Server, die einen POC unterstützen, werden jetzt beispielsweise als Einwegressource betrachtet. Sie können innerhalb von Stunden hoch- und heruntergefahren werden, sodass die IT neue Bandbreiten für strategisch wichtigere Projekte zur Verfügung hat.


Weiterführendes Material:

The new role of IT (Die neue Rolle der IT) (bei BetterCloud Monitor)

2. Unternehmen setzen auf hybride Lösungen

Viele Unternehmen leben in Hybridsystemen, aufgespalten zwischen Umgebungen am Standort und in der Cloud. Aber eine neue Art flexibler Software hilft ihnen, diese Hybridwelt zu vereinfachen.

Diese Tools lassen sich nahtlos über Systeme in der Cloud und am Standort verschieben. Viele CIOs können – oder wollen – nicht komplett auf die Cloud umstellen und entscheiden sich deshalb für einen Hybridansatz. Aber dies kann häufig große Herausforderungen in sich bergen. Daten sind über lokale Server und Cloud-Dienste fragmentiert. Viele Anwendungen können nur am Standort bzw. nur in der Cloud bereitgestellt werden.

Um innerhalb einer Hybridumgebung effizient zu sein, benötigen Unternehmen Lösungen, die am Standort und in der Cloud funktionieren. Genau da kommt die Hybridsoftware zum Tragen. Mit Hybridsoftware können die Mitarbeiter auf Daten zugreifen, ganz gleich, wo sie gespeichert sind. So haben Sie die Wahl, am Standort oder in der Public Cloud bereitzustellen bzw. einen vollständig gehosteten Service zu nutzen. Und so können CIOs für das gesamte Unternehmen in nur eine Lösung investieren. Für den Endbenutzer funktionieren diese komplexen Hybridumgebungen wie ein geschlossenes System. Für die IT gehen die Vorteile sogar noch weiter: Investitionen in Hybridsoftware bleiben auch dann relevant, wenn Unternehmen planen, den gesamten Betrieb in der Cloud abzuwickeln.


Weiterführendes Material:

Vendors acknowledge the hybrid reality (Anbieter rüsten sich für hybride Realität) (bei 451 Research)

3. Die IT tritt in eine aktive Partnerschaft mit den Geschäftsanwendern

Eine frühe Einführung von Software-as-a-Service-Anwendungen (SaaS) fordert die IT häufig heraus.

Aber mit dem Aufkommen von Cloud-zentrierten Roadmaps unternimmt die IT jetzt den ersten Schritt zur proaktiven gründlichen Untersuchung, Sicherung und Unterstützung dieser Anwendungen. Durch Testversionen, die schnell, einfach und kostenlos hochzufahren sind, führen Geschäftsanwender häufig SaaS-Anwendungen ohne Wissen der IT ein. Dies kann Sicherheitslöcher, Lizenzierungsprobleme und eine Verbreitung nicht unterstützter Anwendungen zur Folge haben. Da die Cloud jedoch für viele Unternehmen eine strategische Priorität wird, arbeitet die IT jetzt an einer engen Partnerschaft mit Geschäftsanwendern und untersucht proaktiv beliebte Anwendungen.

Das Ergebnis ist, dass SaaS-Anwendungen vollständig in das Unternehmen integriert werden können. Die IT kann Anwendungen mit relevanten Datenströmen verbinden, Sicherheitsanforderungen mit SAML-Authentifizierung erfüllen und die Abrechnung durch geeignete Kanäle leiten. Aber die Vorteile sind nicht auf die IT beschränkt. Die Geschäftsanwender gewinnen eine deutlich verbesserte Nutzungserfahrung. Portale von IdPs wie OneLogin und Okta vereinfachen den Zugriff. Interne IT-Experten bieten technischen Support. Und Anwendungen lassen sich mit internen Systemen integrieren, damit sie nützlicher werden. Geschäftsanwender erhalten die gewünschten Anwendungen und brauchen nicht die Unternehmensrichtlinien zu umgehen.


Weiterführendes Material:

IT departments get a handle on shadow cloud (IT-Abteilungen bekommen Schatten-Clouds in den Griff) (bei ZDNet)

4. Software-Governance verbessert das Zusammenspiel von IT und Geschäftsbetrieb

Bei lokal installierter Software ist es schwierig für die IT, den Ausgleich zwischen der Sichtbarkeit bereitgestellter Anwendungen und der Flexibilität für den Endbenutzer zu finden.

Aber durch gehostete Services kann die IT jetzt die Kontrolle über die Anwendungen behalten, ohne die persönliche Auswahl der Endbenutzer einzuschränken. Als Wächter der Unternehmensrichtlinien und Sicherheitsstandards muss die IT häufig die Berechtigungen zum Herunterladen oder für Desktopanwendungen einschränken. Aber mit der zunehmenden Einführung IT-bereitgestellter Anwendungen ist es nicht mehr erforderlich, die Softwarenutzung einzuschränken.

Mit gehosteten Anwendungen können Administratoren jederzeit die Nutzung überwachen und Funktionen verwalten. So kann die IT eine detaillierte Kontrolle der Dinge wie Authentifizierung, Datensicherheit und Benutzerberechtigungen aufrechterhalten. Dies reduziert auch die Einschränkungen bei den Endbenutzern. Geschäftsanwendern ist es gestattet, ihre Anwendungen auszuwählen und anzupassen. Der Zugriff auf Spitzentechnologie wird jetzt anerkannt als ein wichtiger Beitrag zur allgemeinen Mitarbeiterzufriedenheit. Und mit der neu gefundenen Autonomie über ihre Software werden viele Mitarbeiter produktiver und zufriedener mit ihrem Workflow. Organisationen, die den Schritt zu gehosteten Anwendungen unternehmen, werden im Kampf um Spitzentalente umso erfolgreicher sein.


Weiterführendes Material:

Making Sense of the SaaS Security Market (Den Markt für SaaS-Sicherheit verstehen) (bei 451 Research)

5. Gehostete Anwendungen optimieren den internen Geschäftsbetrieb

Der Geschäftsbetrieb erfordert erhebliche Investitionen in Software, Hardware und Mitarbeiter, um alles zu verwalten. Unternehmen interessieren sich jetzt für SaaS bei ihrem Versuch, Kosten zu senken und die Agilität zu steigern.

Massive Unternehmensanwendungen am Standort stehen für hohe Betriebskosten. Diese Anwendungen bieten alles von CRM-Services über ERP und HR-Management. Aber es ist teuer, sie bereitzustellen, und sie müssen monatelang geplant, dann jahrelang bereitgestellt werden. Sie stehen der Agilität des Geschäftsbetriebs im Weg.

Aber heute beginnt SaaS, diese monolithischen Anwendungen am Standort zu ersetzen. SaaS bietet spezielle Lösungen ohne die Herausforderungen der Bereitstellung am Standort. Gehostete Produkte von Concur, Zendesk, NetSuite, Workday und Tableau zum Beispiel helfen den Unternehmen, betriebliche Flexibilität zu erlangen, durch Beseitigung der Bereitstellungslasten und der Notwendigkeit, die Software manuell zu warten und zu aktualisieren. Wenn Bereitstellungen am Standort weniger Zeit und Geld erfordern, kann sich die IT auf Geschäftserkenntnisse und -innovationen konzentrieren.


Weiterführendes Material:

Is Enterprise SaaS Ready to Take Off? (Ist die Zeit für SaaS in Unternehmen reif?) (bei CIO Dive)

6. Langfristiger Kundenerfolg und Akzeptanz sind die höchsten Prioritäten

Cloud-Plattformen haben zahlreiche Herausforderungen im Vorfeld von Bereitstellungen am Standort beseitigt.

Cloud-Software-Anbieter erweitern heutzutage ihren Fokus über den Verkaufsort hinaus. Sie arbeiten mit Kunden, um Produktakzeptanz und Geschäftswert zu gewährleisten. In der Welt der Cloud erfordern Softwarebereitstellungen weniger Anfangsinvestitionen hinsichtlich der Zeit und der Kosten. Kunden, die die Softwareaktualisierung bewerten, brauchen sich keine Gedanken mehr über hohe versteckte Kosten zu machen. Dieser Wandel stellt die Kundenzufriedenheit und den Geschäftswert ganz in den Mittelpunkt.

Vertriebsverpflichtungen umfassen immer häufiger den gesamten Lebenszyklus des Produkts beim Kunden. Cloud-Anbieter konzentrieren sich auf den langfristigen Erfolg und entwickeln eine starke Arbeitsbeziehung mit der IT und dem Geschäftsbetrieb. Sie bieten mehr Support, robustere Schulungsressourcen und eine bessere Betreuung während der Produkteinführung. Dieser neue Zeitrahmen hat Partnerschaften zur Folge, die für beide Parteien von Vorteil sind. Unternehmen profitieren mehr von ihren Investitionen und Anbieter schaffen langfristige Kunden an Stelle von Einmalkäufern.


Weiterführendes Material:

Cloud pushes vendors closer to customers (Durch die Cloud rücken Anbieter näher an ihre Kunden) (bei ZDNet)

7. Cloud-Service-Anbieter beseitigen die Komplexität regionaler Datenvorschriften

Neue behördliche Richtlinien zu Datenschutz und Datenhoheit stellen globale Unternehmen vor signifikante Herausforderungen. Um sie zu erfüllen, müssen Unternehmen sich an große Cloud-Service-Anbieter wenden.

2015 hat die Europäische Union einen Beschluss gegen Safe Harbor gefasst und von internationalen Unternehmen gefordert, dass sie viele ihrer Compliance-Bemühungen anpassen. Im Juli 2016 forderte die Privacy Shield-Vereinbarung erneut Anstrengungen von den Unternehmen in Bezug auf Daten, die auf beiden Seiten des Atlantiks genutzt werden. Diese Vorschriften erweisen sich als permanente Herausforderung und viele Unternehmen wenden sich an große Cloud-Anbieter.

Cloud-Anbieter arbeiten global und unterhalten regionale Datenzentren, die den heutigen Vorschriften zur Datenhoheit gerecht werden. Sie haben auch eigene Teams zur Überwachung und Planung im Hinblick auf Veränderungen bei den Vorschriften, was häufig Kosten verursacht, die für Einzelunternehmen unerschwinglich sind. Durch die Nutzung der Cloud-Services können Unternehmen es vermeiden, teure lokale Datenzentren zu unterhalten, und sich stattdessen darauf konzentrieren, das eigene Geschäft zu entwickeln.


Weiterführendes Material:

Privacy Shield (Datenschutzschild) (bei Forbes)

8. Flexible Analysen sind die Lösung für die Herausforderung der „letzten Meile“ beim Internet der Dinge (IoT)

Da die Cloud-Speicherung große Mengen von IoT-Daten verarbeiten kann, verlagert sich der Fokus von der Erfassung auf die Analyse.

Organisationen fordern Analysetools, die nahtlos diverse Formen von Cloud-gehosteten Daten integrieren können. IoT-Daten sind häufig heterogen und werden auf unterschiedlichen Systemen gespeichert, von Hadoop-Clustern bis zu noSQL-Datenbanken. Es ist keine leichte Aufgabe, auf all diese Daten zuzugreifen und sie zu verstehen. Als Ergebnis fordert der Markt Analysetools, die eine nahtlose Verbindung zu einer großen Vielfalt von Cloud-gehosteten Datenquellen herstellen und diese kombinieren können. Mit diesen Tools können die Unternehmen alle Datentypen untersuchen und visualisieren, ganz gleich, wo sie gespeichert sind, und den Wert der IoT-Investition maximieren.

Anhaltspunkte finden sich weltweit. Das neuseeländische Versorgungsunternehmen MainPower hatte lange gekämpft, um Erkenntnisse aus den zahlreichen Datenquellen seines IoT-Netzwerks zu gewinnen. Aber heute hat MainPower eine flexible Business Intelligence-Lösung bereitgestellt, mit deren Hilfe das Unternehmen in der Lage ist, Daten aus mehreren Quellen und in unterschiedlichen Formaten zu analysieren. Durch die Zusammenführung unterschiedlicher IoT-Daten in einer einzigen Ansicht kann das Unternehmen Problemregionen und Dienstleistungen mit schwacher Leistung schnell erkennen. Mit dieser Lösung für die „letzte Meile“ der IoT-Daten kann MainPower die Effizienz erhöhen und das Ergebnis verbessern.


Weiterführendes Material:

Das Problem der letzten Meile im Internet der Dinge und seine Lösung (bei Tableau)

9. Serviceanbieter verlagern ihr Geschäft von der Softwarebereitstellung zum Change Management

Der Zuwachs bei gehosteter Software verändert die Spielregeln für Serviceanbieter.

Sie sind nicht mehr lediglich Bereitstellungsratgeber, sondern zuverlässige Berater für ihre Kunden bei der Verlagerung in die Cloud. Serviceanbieter konzentrierten sich bisher auf den technischen Support für komplexe Softwarebereitstellungen, und zwar zu Recht. Unternehmensweite Rollouts haben häufig IT-Hürden zu überwinden, die die Hilfe von Fachpartnern erfordern. Aber im Cloud-Zeitalter beseitigt die gehostete Software viele der Herausforderungen im Zusammenhang mit der Bereitstellung am Standort.

Dieser Wandel schafft neue Gelegenheiten für Serviceanbieter. Als Fachexperten bieten sie jetzt Betreuung bei Cloud-Bereitstellungen, die von Änderungsmanagement bis zu Best Practices für die kulturelle Anpassung neuer Technologien reichen. Bei diesen innovativen neuen Services erhöhen die Anbieter ihre Wertschöpfung bei Cloud-Bereitstellungen und helfen ihren Kunden während der gesamten Verlagerung in die Cloud.


Weiterführendes Material:

Evolution of the channel (Die Entwicklung des Channels) (bei Channelnomics)

10. Zusammenarbeit wird zum Standard bei allen Anwendungen

Die Zusammenarbeit erfordert Zeit – und zwar viel Zeit.

Kollaborative Aufgaben sind in der letzten Zeit um mehr als 50 % gestiegen. Aber Funktionen in Cloud-Anwendungen helfen, die Teamarbeit im Büro zu optimieren. Prominente Studien und Vordenker sprechen davon, dass die moderne Belegschaft mit der Zusammenarbeit unzufrieden ist. Ein intensiver Fokus der Unternehmen auf die Zusammenarbeit hat eine sinkende Produktivität und mehr Stress zur Folge, weil die Terminkalender voller Besprechungen sind und E-Mail-Ketten sich zu ausufernden Spiralen entwickeln. Aber Cloud-Anwendungen beginnen, sich mit diesen Problemen zu befassen. Diese Anwendungen sind führend bei integrierten Tools für die Zusammenarbeit, wie Chat innerhalb der Anwendung, Messaging und Kommentare. Der Bedarf an isolierten, eigenständigen Tools für die Zusammenarbeit schwindet schnell.

Die Zusammenarbeit mit Daten wird ebenfalls einfacher. Moderne Analysetools integrieren Funktionen für den nahtlosen Austausch und für die Zusammenarbeit. Diese Selfservice-Produkte helfen den Mitarbeitern, Daten und Dashboards einfach auszutauschen, und zwar direkt im Browser. Auf ähnliche Weise erleichtern intelligente Funktionen wie Abonnements und Empfehlungen die Zusammenarbeit in großen Gruppen. Diese neue Kohorte von Cloud-Anwendungen hilft den Mitarbeitern, konzentriert und produktiv zu bleiben. Sie verwandeln die Zusammenarbeit auf effektive Weise von einer zeitaufwendigen zu einer Mehrwert-schaffenden Tätigkeit.


Weiterführendes Material:

Enterprise Collaboration: What businesses need to know (Was Unternehmen über die Zusammenarbeit wissen müssen) (bei ITProPortal)