Spotlight – Swedbank


Was früher zehn langweilige Präsentationen waren, wird jetzt zu zehn Gesprächen über die wirklichen Probleme des Unternehmens.

Swedbank ist die führende Bank in Schweden, Estland, Lettland und Litauen. Die Bank ist außerdem in Dänemark, Finnland, Norwegen, im Westen Russlands, Luxemburg, der Ukraine, den USA und China tätig. Auf der European Tableau Customer Conference 2011 erläuterte Wade Stokes, Senior Analyst der Abteilung Group Finance Analysis & Planning bei der Swedbank, wie er Tableau zum Beschleunigen von Analysen und zum Schaffen von Möglichkeiten der gemeinschaftlichen Lösung von Problemen nutzt. „Wenn Personen zu einem Gespräch zu mir kommen, ist Tableau praktisch der dritte Gesprächspartner.“

Tableau: Sie hatten bei der Swedbank sicherlich einige sehr interessante Jahre.
Wade Stokes: Das stimmt. Ich habe im Jahr 2003 bei der Swedbank im Baltikum angefangen, und zwar in Tallinn in Estland. Ich habe einige Jahre lang im Bereich Risk Management gearbeitet und bin dann zum Chief Financial Officer bei der Swedbank Estland während der Boom-Jahre 2004 bis 2007 aufgestiegen. Die Besetzung des Managements wurde 2008 geändert, als die Ausmaße der Finanzkrise im Baltikum klar erkennbar wurden. Dann nahm ich die Stelle als Leiter für den Bereich Baltic Credit Risk Analysis für das Jahr 2009 an.
   
Tableau: Wann sind Sie zum ersten Mal mit Tableau in Berührung gekommen? Welche speziellen Probleme sollten damit gelöst werden?
Wade Stokes: Das war im April 2005. Ich hielt damals Präsentationen für das Managementteam in Estland, in denen ich verglichen habe, wie erfolgreich unsere unterschiedlichen Geschäftsbereiche waren. Dazu musste ich viele Rasterdiagramme und Panel-Diagramme erstellen. Ich habe im Internet fieberhaft nach Wegen zur Erstellung von Panel-Diagrammen gesucht und einige sehr wacklige und klapprige Exemplare in Excel erstellt, wozu ich durch einen Mann namens Kelly Day inspiriert wurde, der ein Blog mit dem Titel „Process Trends“ betrieb. Im April 2005 bin ich dann jedoch auf Stephen Few gestoßen. Ich habe einen Artikel in einem Newsletter gelesen, den er über diese großartige neue Software, mit der er experimentierte, geschrieben hat. Ich begann damit, Tableau zu verwenden, und tue dies bis heute.
   
Tableau: Wie unterscheidet sich Tableau von den Tools, die Sie vorher verwendet haben?
Wade Stokes: Tableau ist einfach. Die Anwendung ist schnell. Sie ist intuitiv. Ich bin absolut begeistert von der Interaktivität, die Gesprächen damit verliehen wird. Ein nützlicher Einrichtungsgegenstand, den ich jetzt in meinem Büro in Schweden habe, ist mein Tisch. In Schweden sind ergonomische Tische sehr beliebt. Mein Tisch befindet sich meistens in der oberen Position, weil Tableau der dritte Gesprächspartner ist, wenn Personen zu einem Gespräch zu mir kommen.
   
Tableau: Erzählen Sie uns mehr über diese Gespräche. Wie setzen Sie Tableau ein?>
Wade Stokes: Auf unterschiedliche Weise. Ich habe es mir angewöhnt, eine Reihe von Excel-Dateien in einem Desktopordner vorzuhalten. Das kann von Makrostatistiken über den Stand unserer Kostenbasis bis zum Grund für eine Verschlechterung des Zinsergebnisses reichen. Normalerweise wird Tableau bei mir immer im Hintergrund ausgeführt. Wenn jemand mit einer Frage zu mir kommt, kann ich sofort Verknüpfungen erstellen und Daten aus unterschiedlichen Excel-Dateien in unserer Datenbank miteinander verschmelzen. Was mit einer einfachen Frage beginnt, endet in der Regel damit, dass mein Gesprächspartner und ich neue Einblicke in ein anderes Thema gewinnen, an das wir zu Beginn des Gesprächs noch nicht einmal gedacht haben. Das Sekretariatspersonal hat mir erzählt, dass der Kaffeekonsum in meinem Bereich viel höher als im Rest der Etage ist.
   
Tableau: Wie viele Personen setzen Tableau bei der Swedbank ein?
Wade Stokes: Noch nicht genug Personen! Momentan wird Tableau von ca. acht Benutzern im Baltikum und in Schweden verwendet. Wir befinden uns noch im Guerilla-Modus. Ich habe bei unseren Analysten jedoch schon erste Erfolge errungen. Sobald eine intelligente, junge Person voller Tatendrang mit Tableau in Berührung kommt und die Leistungsfähigkeit erkennt, möchte sie nicht mehr darauf verzichten oder das Tool gegen etwas anderes eintauschen müssen. Eine der Herausforderungen, die es zu überwinden gilt, ist aber weiterhin der Ausbau der Nutzung von Tableau in unserem Unternehmen.

Wie bereits erwähnt, habe ich vorher im Baltikum gearbeitet, und jetzt arbeite ich in Schweden. Dies sind die beiden wichtigsten Regionen, in denen die Swedbank tätig ist. Eine Schwierigkeit ist, dass wir in jeder Region über unterschiedliche Data Warehouses und über unterschiedliche Business Intelligence-Softwareplattformen verfügen. Wir werben also in beiden Regionen, bzw. als Drittlösung, für Tableau.

Analysen haben zu mir schon häufiger gesagt: „Ich wurde gebeten, eine Visualisierung zu erstellen, die wie die Visualisierung aussieht, die der CEO vor zwei Wochen gesehen hat“. Die Tableau-Visualisierungen verbreiten sich langsam im Unternehmen, und auf diese Weise kommt das Ganze immer mehr in Schwung. Sobald Analysten eine Person sehen, wie sie per Drag & Drop arbeitet, und sobald sie die Maus selbst in die Hand nehmen, wird die Tableau-Nutzung sprunghaft ansteigen.

   
Tableau: Welche Hauptvorteile ergeben sich für Sie aus der Verwendung von Tableau?
Wade Stokes: Der Hauptvorteil ist die Geschwindigkeit, mit der eine Visualisierung bereitgestellt werden kann. Die meisten Analysten können sich nicht den Luxus können, den ganzen Tag herumzusitzen und den Gedanken freien Lauf zu lassen. Wir müssen Präsentationen liefern. Wir müssen Berichte liefern. Mit Tableau können viele Dinge erheblich schneller als mit herkömmlicher Software wie PowerPoint oder auch Excel erledigt werden.

Ein weiterer großer Vorteil ist die Interaktivität, die Tableau einem Gespräch verleiht. In den letzten zehn Jahren als CFO und Leiter einer Gruppe bei der Swedbank habe ich häufig nahezu die Hälfte meiner Zeit damit verbracht, vor Zuhörern zu stehen, während im Hintergrund endlose PowerPoint-Präsentationen abliefen. Dabei habe ich immer die gleiche, bzw. fast die gleiche, Botschaft wie bereits dutzende Male zuvor übermittelt.

Mit Tableau werden all diese Präsentationen auf einmal interaktiv. Die Zuhörer können sich beteiligen, besonders in einer weniger formellen Arbeitsumgebung. Wenn jemand eine Frage hat, kann die Frage mithilfe von Tableau beantwortet werden. Es ist möglich, Daten von anderen Speicherorten einzubeziehen. Sie können eine Zeitreihe aufrufen, die vorher noch nicht auf dem Bildschirm zu sehen war. Was früher zehn langweilige Präsentationen waren, wird jetzt zu zehn Gesprächen über die wirklichen Probleme des Unternehmens.

   
Tableau: Können Sie uns etwas über Aha-Erlebnisse bei der Nutzung von Tableau berichten?
Wade Stokes: Bei einer meiner ersten Verwendungen von Tableau haben wir uns die Performance eines unserer Aktienfonds angesehen. Ich arbeitete als Risk Manager in Estland, und wir hatten dort einen Aktienfonds aufgelegt, bei dem es um eine bestimmte geografische Region ging. Als Risk Manager wird man dafür bezahlt, sehr skeptisch zu sein, was die Performance eines Fondsmanagers angeht. Fondsmanager glauben, dass Sie immer besser als der Markt sein können. Wenn man jedoch die Bücher von Nassim Taleb gelesen hat – z. B. Fooled By Randomness –, weiß man, dass der Markt nicht zu schlagen ist.

Der Fonds hatte in seiner Kategorie bei einer der großen Rating-Agenturen gerade den ersten Platz weltweit errungen. Aber nach einigen Drag & Drop-Aktionen in Tableau wurden zwei Dinge deutlich.

Erstens beruhte die gesamte Heraufstufung im weltweiten Ranking auf nur einer Wette, einem einzigen Privatisierungscoupon in Bulgarien, ungefähr zu dem Zeitpunkt, als Bulgarien sein Telekommunikationsunternehmen privatisierte. Die meisten Fondsmanager möchten nicht gern daran erinnert werden, dass ihre Performance nur auf einer einzigen Wette basiert. Normalerweise möchten sie den Eindruck erwecken, dass sie im Laufe der Zeit mehrere gute Investitionen tätigen.

Zweitens fand ich mit Tableau etwas heraus, was sogar noch beunruhigender war. Ich erkannte, dass der Fonds während dieses kurzen Zeitraums die Bestimmungen von einer der Statuten der Europäischen Union nicht erfüllte. Als sich dies herausstellte, wurde der Fonds natürlich ziemlich schnell so abgeändert, dass er die Bestimmungen erfüllte.

   
Tableau: Wenn Sie sich mit einem Analysten einer anderen Bank unterhalten würden, der die Implementierung von Tableau für ein Projekt erwägt, welchen Rat würden Sie ihm geben?
Wade Stokes: Zuallererst würde ich dazu raten, die Mittel durch die Geschäftsführung wasserdicht absegnen zu lassen. In diesem Zusammenhang habe ich selbst wahrscheinlich einen Fehler gemacht. Ich hatte begonnen, mit Tableau zu experimentieren, weil es wirklich Spaß gemacht hat. Aber dann habe ich eine Gelegenheit verstreichen lassen, als unsere baltische Gruppe eine sehr intensive, umfassende Business Intelligence-Lösung gekauft hat. Wenn ich mich früher um die Unterstützung der Geschäftsführer bemüht und veranschaulicht hätte, welche Möglichkeiten eine Serverlösung bietet, würden wir in unserer Gruppe jetzt sicherlich Tableau als zentrale Business Intelligence-Software verwenden.

Außerdem würde ich empfehlen, den Kern der Analysten für dieses Tool zu begeistern. Als ich mit der Nutzung von Tableau begonnen habe, hatte ich viel Spaß dabei. Ich konnte damit schnell bestimmte Diagramme erstellen, die ich in meinen Präsentationen verwenden wollte. Versäumt habe ich dabei jedoch, unsere Analysten zu einem frühen Zeitpunkt mit ins Boot zu holen. In einem großen Unternehmen kümmern sich dutzende Personen um die Probleme der Kostenrechnung und erstellen dabei Prognosen und die PowerPoint-Präsentationen, die von den einzelnen Managern verwendet werden. Die Menge der Informationen, die von diesen vielen Analysten eines Unternehmens produziert wird, ist außergewöhnlich groß. Wenn nur eine Folie mit Tableau-Diagrammen im Netzwerk der Analysten in Umlauf gerät, steigt die Nachfrage des leitenden Personals – also der Leute, die letztendlich die Kaufentscheidungen treffen – stark an. Eine der wichtigen Aufgaben, mit denen ich mich jetzt beschäftige, ist die Förderung der Nutzung von Tableau in der Gruppe durch die Analysten.

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