Universität Bielefeld motiviert Studenten mit Demografiedaten-Labor


Gegründet im Jahr 1969 umfasst die Universität Bielefeld heute 13 Fakultäten mit insgesamt rund 24.000 Studierenden. Prof. Dr. Ralf E. Ulrich leitet dort an der Fakultät für Gesundheitswissenschaften das Institut für Bevölkerungs- und Gesundheitsforschung und beschäftigt sich u. a. mit der Erforschung der Größe und Struktur (Alter, Geschlecht, Nationalität usw.) menschlicher Bevölkerungen sowie ihrer Veränderung.

Prof. Ulrich setzt Tableau in seinen Lehrveranstaltungen für vielfältige Visualisierungen von Demografiedaten ein und bietet auch Kurse für Tableau an.

Prof. Ulrich erläutert, wie Studenten mithilfe von Tableau demografische Zusammenhänge entdeckten, die bisher in der Gesellschaft unbekannt waren.


Tableau: Bitte erzählen Sie uns etwas über sich.
Prof. Ralf Ulrich, Professor für Demografie und Gesundheit: Mein Name ist Ralf Ulrich. Ich unterrichte Demografie und Gesundheit an der Universität Bielefeld. Bei dieser Tätigkeit muss ich häufig mit großen Datenbeständen umgehen, und zumindest einigen meiner Studenten wird das in ihrer späteren beruflichen Laufbahn genauso gehen. Dabei bin ich auf Tableau gestoßen.

Tableau: Wie haben Sie Tableau kennengelernt?
Prof. Ulrich: Es war ungefähr im Jahre 2011, als ich in einem Excel-Forum einen Link zu Tableau fand. Ich folgte diesem Link auf die Tableau-Website und lud mir die Testversion herunter. Anschließend entdeckte ich ein interessantes Video eines amerikanischen Automobilclubs und erkannte, dass es gewisse Ähnlichkeiten zwischen einem Automobilclub und dem Gesundheitswesen gibt. Denn in beiden Bereichen fallen durch die Prozesse riesige Datenmengen an, die nur teilweise ausgewertet werden. Und Tableau könnte ein Tool sein, um mehr daraus zu machen.

Tableau: Warum haben Sie Tableau für Ihre Lehrtätigkeit gewählt?
Prof. Ulrich: Ich probierte Tableau selbst aus und fand, dass es ziemlich einfach zu erlernen ist. Ich erkannte außerdem, dass ich damit große Datenbestände in kurzer Zeit analysieren kann. Da ich stets einige Studenten habe, deren Interessen über Excel und SPSS hinausgehen, habe ich mich entschlossen, einen Kurs über Tableau anzubieten.

Studenten lernen Business Intelligence kennen, erhalten so einen Vorteil gegenüber anderen Studenten und können dieses Wissen in ihrer späteren Berufslaufbahn anwenden

Tableau: Wie verwenden Sie Tableau in Ihren Kursen?
Prof. Ulrich:Zurzeit nutze ich Tableau für drei unterschiedliche Zwecke.

Der erste ist ein Kurs in jedem Sommer, bei dem Tableau im Mittelpunkt steht. Hier lernt eine Gruppe von 15 - 20 Studenten, wie man Dashboards erstellt und Datenbestände analysiert. Und am Ende jedes Kurses erstellen Sie eine Präsentation und laden Sie in Tableau Public hoch.

Zweitens biete ich in jedem Winter eine Vorlesung über Demografie und Gesundheit an. Dabei verwende ich zehn Tableau-Dashboards die in Tableau Public hochgeladen wurden. Meine Studenten können mit diesen Dashboards als Datennutzer interagieren. Mit diesem Demographic Data Lab, wie wir es nennen, erhalten sie viel tiefere Einblicke in die Demografiedaten und sind in der Lage, von mir in der Vorlesung gestellte Fragen zu beantworten, aber auch die Fragen, die sie selbst an den Daten interessieren.

Die dritte Art, wie wir Tableau nutzen, sind die sogenannten Projektseminare. Ein Projekt beschäftigte sich mit Delir-Patienten in einem Bielefelder Krankenhaus. Die Studenten identifizierten mithilfe von Tableau – und ohne jegliche Vorkenntnisse von Tableau – spezifische Charakteristiken in der Demografie dieser Patienten. Sie entdeckten, dass sie geographisch weit weniger breit gestreut sind als andere Patienten im Bielefelder Krankenhaus. Das Krankenhausmanagement lud uns ein, diese Ergebnisse zu präsentieren, die sie bisher nicht gekannt hatten.

Tableau: Welche Vorteile bringt Ihnen der Einsatz von Tableau in Ihren Kursen?
Prof. Ulrich: Der größte Vorteil bei der Nutzung von Tableau in unseren Kursen besteht darin, dass Studenten mit Business Intelligence vertraut werden. Weil unsere Studenten das bereits an der Universität Bielefeld kennenlernen, erhalten sie einen Vorteil gegenüber anderen Studenten und können dieses Wissen vielleicht in ihrer späteren beruflichen Laufbahn anwenden.

Neben administrativen Hindernissen bestand die größte Schwierigkeit darin, die Studenten über ihre erste Euphorie mit Tableau hinaus bei der Stange zu halten. Ganz am Anfang hat es viel mit Spielen und Spielzeug, vielen Farben usw. zu tun. Die Herausforderung besteht deshalb darin, die Studenten über diesen Punkt hinweg zu bringen und sie zu motivieren, die erheblich schwierigeren Dinge zu lernen wie zum Beispiel die Kunst des Filterns und dergleichen.

Tableau: Welches Feedback erhalten Sie von Ihren Studenten?
Prof. Ulrich: Studenten lieben diese Kurse sehr, und ich werde oft gefragt, ob sie im nächsten Jahr wieder angeboten werden.

Die Studenten identifizierten mithilfe von Tableau – und ohne jegliche Vorkenntnisse von Tableau – spezifische Charakteristiken in Demografien

Tableau: Hat sich seit dem Beginn ihrer Tableau-Kurse etwas Wichtiges verändert?
Prof. Ulrich: Als ich tiefer in die Feinheiten von Tableau einstieg, konnte ich die Lehrmethode anpassen, und nach einigen Jahren Lehrerfahrung konnte ich besser verstehen, welche Schwierigkeiten die Studenten hatten. Es mag also zwei bis drei Jahre dauern, bis man den Lernprozess bei Tableau richtig versteht.

Tableau: Würden Sie Tableau anderen Lehrkräften empfehlen?
Prof. Ulrich: Tableau zieht von Anfang an das Interesse der Studenten auf sich. Außerdem kommen sie damit schnell voran, was für sie und den Lehrer sehr stimulierend wirkt. Am Anfang versuchen die Studenten, die Erfahrungen, die sie mit Excel gemacht haben, auf Tableau anzuwenden. Weil das nicht so einfach funktioniert, gibt es manchmal Frustrationen. Ganz wichtig ist es deshalb, die Aufgaben im Tableau-Stil zu bearbeiten. Das ist ein entscheidender Schritt. Auch haben einige Studenten am Anfang Tableau als Visualisierungsprogramm missverstanden. Deshalb nehme ich mir jetzt am Anfang mehr Zeit zu erläutern, was die Besonderheiten von Tableau sind.

Tableau: Wie nutzen Sie die akademischen Programme von Tableau (Tableau for Teaching und Tableau for Students)?
Prof. Ulrich: Die Kollegen von den akademischen Programmen bei Tableau beschafften uns die Lizenzen für unseren Computerpool und die Lizenzen für jeden einzelnen Studenten, sodass sie auch zu Hause mit Tableau weiterarbeiten konnten.

Ich schätze es außerdem sehr, dass Studenten ihre Übungslizenzen nach Abschluss meiner Vorlesung weiterbenutzen können. In einigen Fällen habe ich auch beobachtet, dass Studenten Tableau im Rahmen ihrer Masterarbeit benutzt haben.

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