Kantonspolizei Aargau vereinfacht und verbessert mit Tableau die Polizeiarbeit


Übersichtliche georeferenzierte Lagebilder für beliebige Regionen per Mausklick
Effizientere Einsatzplanung durch Visualisierung von Verkehrs- oder Verbrechens-Hotspots
Ermittlungsunterstützung bei Serienvergehen und Vorhersage zukünftiger Straftaten

Die Kantonspolizei Aargau sorgt als Kriminal-, Sicherheits- und Verkehrspolizei mit rund 640 Polizeikräften und 100 Zivilangestellten für die konsequente Durchsetzung von Recht und Gesetz im Schweizer Kanton Aargau. Im Lage- & Analysezentrum der Zentralabteilung Führung & Einsatz wollte der Kriminalanalytiker Angelo Somaini die im Polizeisystem gespeicherten Informationen über polizeirelevante Vorfälle im Kanton für alle Kolleginnen und Kollegen besser nutzbar machen sowie ein umfassendes georeferenziertes Reporting für die verschiedensten Zwecke aufsetzen.

Nachdem Angelo Somaini durch Tableau aufmerksam geworden war, erstellte er mit seinem Team interaktive Dashboards auf Basis von Landkarten, mit denen sich die Kolleginnen und Kollegen im gesamten Kanton sehr schnell einen Überblick über die aktuelle Lage ihrer Region verschaffen, für die Ermittlung von Serienvergehen alle zurückliegenden Vorfälle seit dem 1. Januar 2014 analysieren und die regionale Einsatzplanung der Fahrzeugpatrouillen optimieren. Die neuen Tableau-Analysen ermöglichen der Kantonspolizei Aargau auch den Einstieg in Predictive Policing und Realtime Policing.

Schneller Überblick dank georeferenzierter Lagebilder per Mausklick

Im Polizeisystem der Kantonspolizei Aargau werden alle polizeirelevanten Vorfälle des Kantons mit einer Fülle von Detailinformationen und Merkmalen wie zum Beispiel Art des Verstoßes, Uhrzeit, Adresse, beteiligte Personen, benutzte Werkzeuge, Tatwaffen oder Schadenshöhen erfasst. Die digitalen Aufzeichnungen reichen zurück bis zum 1. Januar 2014 und dienen sowohl den laufenden Ermittlungen als auch dem Polizeireporting. Zu Dienstbeginn erhalten die Polizeikräfte mit diesem System alle Informationen über die jüngsten Vorfälle ihres Operationsgebietes.

„Leider sind die Berichte aus dem Polizeisystem eher tabellarisch und nicht so übersichtlich“, berichtet Angelo Somaini, Kriminalanalytiker im Lage- & Analysezentrum der Zentralabteilung Führung & Einsatz bei der Kantonspolizei Aargau. Deshalb bestand das Polizeireporting in der Vergangenheit überwiegend aus Excel-Tabellen, die aus dem Polizeisystem exportiert, manuell aufbereitet und dann in PowerPoint-Präsentationen eingebettet und verschickt wurden. Nur mit hohem manuellen Aufwand war es möglich, Landkarten mit gekennzeichneten Orten/Regionen der berichteten Vorfälle zu erstellen.

Mit diesen Erkenntnissen wird es viel einfacher, die effizientesten Einsatzgebiete für patrouillierende Polizeistreifen zu bestimmen. Damit sind die Polizeikräfte schneller am Einsatzort, wenn etwas passiert, und können oft Schlimmeres verhindern.

„Durch Gespräche mit Praktikanten von der Universität Lausanne, die Tableau aus ihrem Studium kannten, wurde ich auf diese Visualisierungslösung aufmerksam“, berichtet Angelo Somaini. „Unsere Abteilung schaffte eine Tableau-Desktop-Lizenz an, und in einer etwas ruhigeren Arbeitsperiode entwickelte ich die ersten Tableau-Dashboards mit georeferenzierten Darstellungen der Vorfälle aus dem Polizeisystem.“

Heute lassen sich mit Tableau sämtliche Vorfälle seit Anfang 2014 betrachten und auswerten. „Wir übernehmen zweimal pro Tag die aktuellen Daten aus dem Polizeisystem, sodass jederzeit weitgehend aktuelle Lageberichte möglich sind“, erklärt Angelo Somaini. „Die Kolleginnen und Kollegen wählen durch Filter aus, welche Region, welche Art von Verstößen, welche Daten/Uhrzeiten etc. sie betrachten möchten und erhalten sofort das gewünschte Lagebild.“

Die neuen Tableau-Dashboards wurden innerhalb kurzer Zeit bei der gesamten Kantonspolizei Aargau zum zentralen Informationsinstrument. „Selbst unser Polizei-Kommandant greift nach eigener Aussage jeden Tag auf unsere Analysen zurück, um sich schnell einen Überblick zu verschaffen.“

Unser Schwerpunkt liegt ganz klar auf der Georeferenzierung. Dadurch werden Zusammenhänge auf einen Blick sichtbar, die einem sonst verborgen blieben.

Auch das allgemeine Polizeireporting konnte mit Tableau erheblich vereinfacht und verbessert werden. „Einerseits ist die Zahl der Report-Anfragen aus unseren regionalen Stützpunkten stark zurückgegangen, weil man sich jetzt mit dem neuen Tool die eigenen Informationswünsche vor Ort weitgehend selbst erfüllen kann“, erklärt Angelo Somaini. „Andererseits bekommen wir häufig Anfragen von unseren Kolleginnen und Kollegen nach Berichten über spezielle Themen wie zum Beispiel die Entwicklung von Einbruchsdelikten oder Verkehrsverstößen in den unterschiedlichen Regionen und im Zeitablauf. Auch dabei erleichtert uns Tableau die Arbeit enorm, und wir konnten die Qualität der Analysen steigern.“

Leider hat die große Arbeitserleichterung durch Tableau nicht zu einer Entlastung im Lage- & Analysezentrum geführt. Das Gegenteil ist der Fall: „Mit den neuen Möglichkeiten sind auch die zusätzlichen Informationsanforderungen gewaltig gestiegen. Deshalb sind bei uns inzwischen elf Mitarbeitende mit einer Tableau-Desktop-Lizenz ausgestattet, um das gesamte Pensum zu schaffen.

Effizientere Einsatzplanung durch Visualisierung von Verkehrs- und Verbrechens-Hotspots

Die Kennzeichnung bestimmter Adressen, Straßen oder Regionen, in denen sich zum Beispiel regelmäßig Verkehrsverstöße oder häusliche Gewalt zu bestimmten Tages- oder Nachtzeiten häufen, in einem Tableau-Dashboard, lässt die Einsatzkräfte auf Anhieb erkennen, wann und wo Brennpunkte existieren. „Mit diesen Erkenntnissen wird es viel einfacher, die effizientesten Einsatzgebiete für patrouillierende Polizeistreifen zu bestimmen“, erklärt Angelo Somaini. „Damit sind die Polizeikräfte schneller am Einsatzort, wenn etwas passiert, und können oft Schlimmeres verhindern.“

Der Einsatz von Tableau hat bei der Kantonspolizei Aargau insbesondere auch zu einer Verbesserung der datengestützten Entscheidungsfindung beigetragen. Angelo Somaini berichtet: „Früher mussten sich Polizeikräfte bei der Ermittlungsarbeit häufig auf ihr Bauchgefühl verlassen – zum Beispiel, wenn sie vermuteten, dass in einem bestimmten Stadtgebiet die Gefahr für Wohnungseinbrüche gestiegen war, und dort verstärkt Streifen einsetzen wollten. Heute genügt eine Dashboard-Analyse, um in wenigen Minuten die tatsächliche Entwicklung der verschiedenen Verstöße in den unterschiedlichen Regionen zu beurteilen und die Aufmerksamkeit auf die wichtigsten Problemfelder zu konzentrieren.“

Früher mussten sich Polizeikräfte bei der Ermittlungsarbeit häufig auf ihr Bauchgefühl verlassen. Heute genügt eine Dashboard-Analyse, um in wenigen Minuten die tatsächliche Entwicklung der verschiedenen Verstöße in den unterschiedlichen Regionen zu beurteilen.

Visuelle Analyse von Serienvergehen ermöglicht Vorhersage zukünftiger Straftaten

Auch bei der Aufklärung von Serienvergehen und der Vorhersage möglicher neuer Verbrechen leistet Tableau gute Dienste. „Mit den interaktiven Dashboards lassen sich durch geeignete Filtereinstellungen ähnlich gelagerte Verbrechen eingrenzen und demselben Täterkreis zuordnen, zum Beispiel, wenn sich das Vorgehen der Täter oder die eingesetzten Werkzeuge in einer Region oder über einen bestimmten Zeitraum hinweg gleichen“, erläutert Angelo Somaini. „Damit kommt man Serientätern leichter auf die Spur, kann möglicherweise Rückschlüsse auf typische Einsatzregionen oder Tatzeitpunkte ziehen, mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit zukünftige Straftaten vorhersagen und sich besser darauf vorbereiten. So ermöglicht uns Tableau den Einstieg in das Predictive Policing.“

Je mehr Erkenntnisse die Tableau-Analysen der Kantonspolizei Aargau liefern, desto größer werden die Wünsche. „Unser Schwerpunkt liegt ganz klar auf der Georeferenzierung. Dadurch werden Zusammenhänge auf einen Blick sichtbar, die einem sonst verborgen blieben“, berichtet Angelo Somaini. „Hier wünsche ich mir für die Zukunft noch besseres Kartenmaterial und die Möglichkeit, weitere Layer je nach Bedarf ein- oder ausblenden zu können.“

Noch Zukunftsmusik sind Angelo Somainis Überlegungen, Tableau auch bei der aktiven Fahndung stärker mit einzubeziehen. So wäre es beispielsweise denkbar, durch die Hinzunahme weiterer Datenquellen schnell zusätzliche Hinweise auf die Täter zu bekommen. „Stellen Sie sich vor, Vergewaltiger, Diebe oder Bankräuber passieren auf ihrem Fluchtweg vorhandene Überwachungskameras. Wenn wir eine umfassende Übersicht aller vorhandenen Kameras mit ihren Positionen und Aufnahmewinkeln darüberlegen, hätten wir eine gute Chance, ganz schnell brauchbare Bilddaten von den Personen oder Fahrzeugen zu bekommen und für die Fahndung zu nutzen. Bis zum echten Realtime Policing ist es aber sicherlich noch ein weiter Weg ...“