Hinweis des Herausgebers: Visualisierungstipps ist eine Gelegenheitsserie, die Ihnen helfen soll, über Balken- und Liniendiagramme hinaus zu kommen. In dieser Serie werden verschiedene Arten von Visualisierungen präsentiert und kurz dargestellt, wie sie aufgebaut werden, wann sie eingesetzt und wann sie vermieden werden sollten. Dieser Beitrag basiert auf dem Lernprogramm von Tableau-Zen-Meister Matt Chambers, der als Erster die Schritte zum Aufbau eines Sechseckrasters in Tableau skizzierte. Sehen Sie sich den Beitrag in seinem Blog an, Sir Viz-a-Lot.

Anstatt meine eigene Karte zu entwickeln, nutze ich lieber die, die mein TC16-Rednerkollege Ben Neville in seinem ursprünglichen Beitrag für diese Blogserie entwickelt hat.

Ben und ich haben auf der TC16 in Austin „Advanced Mark Types: Going Beyond Bars & Lines“ (Fortgeschrittene Markierungstypen: jenseits von Balken und Linien) präsentiert. Im Anschluss an diese Session (hier online verfügbar) werden Ben und ich einen tiefer greifenden Blogbeitrag für jedes der Diagramme veröffentlichen, die wir während unserer Präsentation live entwickelt haben.

Wie Ben in seiner Einführung anmerkte, gibt es Best Practices für Visualisierungen, die Sie nicht ignorieren sollten. Allerdings darf man manchmal „ein Auge zudrücken“, um eine für die Zielgruppe aussagekräftige und motivierende Story zu erzählen.

Sehen wir uns einen Diagrammtyp an, der in der Tableau-Community immer beliebter wird, das Sechseckraster.

Häufige Anwendungsfälle:

  • Alaska-Effekt bei US-Karten eliminieren (mehr weiter unten)
  • Abweichungen bei der Größe von US-Bundesstaaten beseitigen
  • Ein moderneres Web-Design bieten

In folgenden Fällen nicht ideal:

  • Geografische Präzision ist wichtig

Sehen Sie sich die folgende Karte an. Diese Daten hier zeigen nach Bundesstaaten, um wie viel Prozent die erwarteten Schulden von Studierenden des Abschlussjahrgangs 2004 gegenüber dem Abschlussjahrgang 2014 ansteigen.

Fällt Ihnen etwas auf? Eigentlich nicht, außer dass Alaska so richtig GROSS ist. Nicht nur Alaska ist groß – mehr als doppelt so groß als der nächstgrößte Bundesstaat Texas –, aber die Erde ist rund. Und wenn wir versuchen, ein rundes Objekt auf einem 2-D-Bildschirm darzustellen, erscheinen die Landmassen in Polnähe, z. B. Alaska, größer, als sie eigentlich sind. Dies ist der Listenpunkt Nummer eins weiter oben.

Aufgrund der Größe von Alaska und dessen relativer Entfernung zu den „anderen 48“ (bzw. die Staaten außer Alaska oder Hawaii) kann die geografische Präzision Sie teuer zu stehen kommen, wenn es um die Vermittlung Ihrer Botschaft geht.

Ihre Botschaft wird noch stärker verzerrt, weil die Staaten im Osten der USA, insbesondere an der nordöstlichen Küste, normalerweise wesentlich kleiner sind als jene im westlichen Teil des Landes.

Im folgenden Beispiel gibt es zwei Bundesstaaten, die eine wesentlich schlechtere Leistung aufweisen als andere, aber die diese Story ist für den Betrachter nur schwer zu erkennen. Es springt wirklich nicht ins Auge, wie es könnte.

Nun das Sechseckraster: gleiche Daten, andere Story:

Hier dürfte es fast sofort offensichtlich sein, dass Maryland und Delaware wesentlich größere Zuwächse aufweisen als die anderen Bundesstaaten. Wenn die Größe der einzelnen Bundesstaaten ausgeglichen ist, indem Alaska und Hawaii näher herangerückt werden, springt die Story direkt ins Auge.

Jetzt haben Sie möglicherweise Lust, weitere Schlüsse daraus zu ziehen. Ebenso scheint es dem Westen viel besser ergangen zu sein als dem Osten oder es gibt ein Problem westlich von Mississippi. Genau hier kann das Sechseckraster die ungünstige Kartenwahl sein und überzeugt möglicherweise nicht die Best-Practice-Hardliner. Sehen Sie sich an, wie weit westlich Kentucky in dieser Darstellung liegt. Kentucky liegt eigentlich ein gutes Stück östlich vom großen Fluss. Da ich aus North Carolina stamme, weiß ich sicher, dass Virginia nördlicher liegt, nicht westlicher. Sie haben also die Qual der Wahl: Achten Sie darauf, den richtigen Kontext zu liefern, damit Ihr Publikum sensibilisiert wird sind und übliche Fallstricke vermeidet.

Wie bauen wir nun so etwas in Tableau auf? Nichts einfacher als das. Sie brauchen eine Sechseckraster-Darstellung Ihrer Bundesstaaten (oder sonstiger geographischer Einheiten, die Sie darstellen wollen). Ich habe die für dieses Beispiel verwendete Zuordnung beigefügt. Und Sie benötigen eine nutzerdefinierte Form (in dieser Online-Hilfe-Anleitung finden Sie weitere Hinweise über das Erstellen von benutzerdefinierten Formen). Wenn Ihre ersten beiden Dateien fertig sind, ist es ein Spaziergang:

1. Daten verknüpfen

Verknüpfen Sie Ihre Daten (in diesem Fall StudentDebt.xlsx) mit Ihrem Sechseckraster (HexmapPlots.xlsx). Für die beiden bereitgestellten Datenquellen sollte Ihre Verknüpfung wie folgt aussehen:

2. Kartenkoordinaten hinzufügen

Fügen Sie Ihre Kartenkoordinaten aus der Sechseckraster-Datenquelle wie folgt hinzu:

  1. Ziehen Sie „Spalte“ mit gedrückter rechter Maustaste auf den Spaltencontainer. Wählen Sie AVG als Aggregation.
  2. Ziehen Sie mit gedrückter rechter Maustaste „Zeile“ auf den Zeilencontainer. Wählen Sie AVG als Aggregation.
  3. Ziehen Sie „Abkürzung“ auf „Text“.

3. Achse für den Zeilenwert umkehren

Beachten Sie, dass es aussieht, als ob unsere Bundesstaaten umgekehrt ausgerichtet sind. Der Grund dafür sind die Koordinaten aus unserer Datei HexmapPlot.xlsx, wo die Bundesstaaten im Norden einen niedrigeren Wert hatten als jene im Süden. Um dies zu korrigieren, brauchen wir lediglich die Achse für den Zeilenwert umzukehren:

  1. Zeilenachse bearbeiten
  2. Skala auf „Umgekehrt“ setzen

4. Benutzerdefinierte Form hinzufügen

Als Nächstes ändern wir den Standardwert „Kreis“ in unsere benutzerdefinierte Form „umgekehrtes Sechseck“. Wie zuvor angemerkt, sollten Sie entweder .png oder.gif für die Füllfarben angeben. Im Anhang finden Sie eine .png-Datei (InvertedHex.png). Vielen Dank an Tableau-Zen-Meister Matt Chambers. Tableau funktioniert mit quadratischen Feldern. Wenn Sie also andere Bildtypen mit Farben versehen, wird das gesamte Feld gefärbt.

  1. Ändern Sie „Markierungstyp“ in „Form”.
  2. Klicken Sie auf „Form“ > „Mehr Formen“ > navigieren Sie zum Speicherort Ihrer Sechseckdatei .png oder .gif.

5. Größe anpassen

Passen Sie die Größe manuell an, bis sie eine Wabenform haben. Sie sollten den leeren Raum zwischen den Objekten minimieren.

6. Farbe hinzufügen

Legen Sie die Farbmarkierungen für die zu analysierende Kennzahl fest. In diesem Beispiel betrachten wir die prozentuale Veränderung der mittleren Schulden zwischen 2004 und 2014. Anstatt sich an die standardmäßige Farbpalette zu halten, empfehle ich etwas Auffälligeres, z. B. Rot-Schwarz.

  1. Ziehen Sie „Änderung über zehn Jahre“, „Prozentuale Veränderung der mittleren Schulden“, „2004 bis 2014“ auf „Farbe“
  2. Ändern Sie die Farbe in „Rot-Schwarz auseinanderlaufend“.
  3. Aktivieren Sie die Option „Umgekehrt“

7. Beschriftungen formatieren

Zur schnelleren Analyse sollten sich die Beschriftungen direkt auf den Sechsecken befinden.

  1. Ändern Sie die Ausrichtung für Höhe und Breite auf „Mitte“.
  2. Setzen Sie den Schrifttyp auf „Fett“ (und „Weiß“, falls Sie möchten)
  3. Aktivieren Sie die Option, dass Beschriftungen überlappen dürfen (kommt nicht vor)

8. Ansicht bereinigen

Entfernen Sie so viel wie möglich „Nicht-Daten-Tinte“. Denken Sie an Edward Tufte. Brauchen Sie überhaupt Rasterlinien oder sogar Achsen?

  1. Entfernen Sie alle Rasterlinien
  2. Entfernen Sie die Nulllinie
  3. Blenden Sie die Kopfzeilen aus
  4. Passen Sie die Größe an

Das ist schon alles. Sie haben ein Sechseckraster in Tableau erstellt. Verknüpfen Sie mit den Daten, fügen Sie eine Sechseckdatei zu Ihren benutzerdefinierten Formen hinzu, nun einige Mausaktionen, et voilà! Sie haben eine wunderschöne Sechseckraster-Visualisierung.

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