Hinweis: Nachfolgend finden Sie einen Gastbeitrag von Tableau-Zen-Meister Yvan Fornes.

Kürzlich hatte ich das Vergnügen, im Global MBA-Programm der EDHEC in Nizza über das Gebiet meiner Leidenschaft zu lehren – Datenvisualisierung. Entsandt wurde ich von meinem Unternehmen, Amadeus, führendem Anbieter von IT-Lösungen für die Reisebranche mit dem größten Verarbeitungsvolumen an Reisebuchungen in der Welt.

Die EDHEC und Amadeus sind Institutionen mit ähnlichen Zielen und kooperieren daher häufig. Seit einigen Jahren machen die Studierenden des Global MBA-Programms an der EDHEC ein zweimonatiges Beraterpraktikum bei Amadeus und liefern wertvolle Erkenntnisse für unsere Projekte. Amadeus bietet aber nicht nur Praktikumsplätze für Studierende der EDHEC an, sondern rekrutiert auch Absolventen des MBA-Programms, das von The Economist als einer der 25 besten Studiengänge in diesem Bereich bewertet wurde.

Lehrplan für den Einstieg in Tableau

Ziel meines eintägigen Kurses war es, den Kursteilnehmern zu vermitteln, wie sie eine geschäftliche Frage mit Tableau beantworten können. Um dieses Ziel in so kurzer Zeit zu erreichen, musste ich eine Möglichkeit finden, die Kursteilnehmer vor und nach dem Kurs zum Selbststudium zu motivieren. Wenn ich gefragt werde, wie man einen Tableau-Lehrgang am besten aufbaut, empfehle ich normalerweise fünf Schritte:

  1. Sich mit den Grundlagen vertraut machen, um Begriffe wie die Arbeit mit Feldern, Container, Aggregation und Datentypen kennenzulernen. Es gibt tolle Videos auf der Tableau-Website, die diese Grundlagen erläutern. Ich habe die Kursteilnehmer gebeten, sich die folgenden Videos anzuschauen, um sich mit Visual Analytics vertraut zu machen:
  2. Praxisübung zum Erstellen Ihrer ersten Dashboards. Vor dem Kurs mussten die Kursteilnehmer einen Entwurf für eine Visualisierung in Tableau Public veröffentlichen. Die Kriterien? Es muss eine geschäftliche Frage mit einem von mir zur Verfügung gestellten öffentlichen Datensatz beantwortet werden.
  3. Teilnahme an einer oder zwei Fortgeschrittenenkursen, um die Kenntnisse zu vertiefen. Ich selbst habe zu lange gewartet (zwei Jahre), bis ich Fortgeschrittenenkurse besucht habe; dabei hätte ich eine Menge Zeit sparen können, wenn ich schon eher einen Kurs gefunden hätte. Meine Empfehlung: Ein Fortgeschrittenenkurs sollte ein paar Monate nach dem Einstieg in Tableau belegt werden. So können Sie komplexere Themen erhellen und anwenden: zum Beispiel die Unterscheidung zwischen Zeilenebene, aggregiert, LOD und Tabellenberechnungen.
  4. Sehen Sie sich die Tableau Public-Galerie an. Suchen Sie Visualisierungen, die Ihnen gefallen, laden Sie sie mit der Schaltfläche unten rechts in der Ecke herunter und versuchen Sie nachzuvollziehen, wie sie erstellt wurden. Durch den Nachbau von Visualisierungen und Dashboards verinnerlichen Sie Best Practices und lernen Visualisierungstechniken besser kennen.
  5. Üben, üben, üben: Erstellen Sie neue Visualisierungen und veröffentlichen Sie sie auf Tableau Public. Bei der Arbeit werden Sie oft mit denselben Datensätzen konfrontiert sein und müssen immer wieder dieselben Arten von Fragen beantworten. Aber durch die Übung mit Tableau Public haben Sie es mit vielfältigeren Situationen zu tun und lernen dadurch neuartige Analyseansätze.

Um die Kursteilnehmer zum Üben zu motivieren, haben wir in Kooperation mit der EDHEC, Tableau und Amadeus einen Datenvisualisierungswettbewerb organisiert. Die Teilnehmer lieferten als Abschlussarbeiten eine Visualisierung, die benotet wurde. Die drei besten Teams wurden mit einem Preis ausgezeichnet. (Scrollen Sie nach unten, um Einzelheiten zum Wettbewerb zu erfahren.)

Erster Schritt: Machen Sie sich mit zentralen Datenvisualisierungsbegriffen vertraut.

In meinem Kurs habe ich Best Practices in der Datenvisualisierung behandelt und es gab praktische Tableau-Übungen. Diese Ansätze unterstreichen die folgenden drei Datenvisualisierungskonzepte:

  1. Beantworten Sie als Ausgangspunkt eine Frage oder testen Sie eine Hypothese. Wie Alberto Cairo in seinem Buch The Functional Art sagt: „Jede gute Infografik ist so funktionsfähig wie ein Hammer.“
  2. Seien Sie so einfach wie möglich, aber nicht langweilig. Im Hinblick auf visuelle Best Practices gibt es vieles zu beachten, insbesondere diese wichtige Regel: Verwenden Sie nicht zu viele Farben und Schriftarten (ich versuche es bei zwei zu belassen). Spielen Sie stattdessen mit Nuancen von einer Farbe und mit Stilen derselben Schriftart.
  3. Wählen Sie ein geeignetes Diagramm aus. Sie können das bekannte Andrew Abela-Diagramm verwenden, um einen geeigneten Diagrammtyp auszuwählen, aber grundsätzlich gilt: Kreis- und Flächendiagramme sind mit Vorsicht zu genießen. Sie können auch das Paper über grafische Wahrnehmung von William Cleveland und Robert McGill’s von 1984 lesen, um mehr über die präzisesten Diagramme, 2D-Balkendiagramme und Diagramme für allgemeinere Vergleiche (z. B. Flächendiagramme und Farbnuancen) zu erfahren.

Zweiter Schritt: Bringen Sie die Kursteilnehmer auf die richtige Spur mit diesen Tipps für die Erstellung von Visualisierungen.

Um diese Begriffe praktisch umzusetzen, habe ich dem Kurs neun Tipps zur Datenvisualisierung präsentiert. Hier die drei wichtigsten:

  1. Kontext hinzufügen. Wir müssen den Betrachtern helfen, unsere Visualisierungen zu interpretieren. Verstehen sie die wesentlichen Fragen in Ihrer Visualisierung? Wissen sie, wie sie die Visualisierung untersuchen können? Denken Sie über den Kontext Ihrer Visualisierung nach und verwenden Sie die folgenden Werkzeuge, um Ihre Betrachter zu orientieren:
    • Zeitlinien mit einem Trend
    • Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr
    • Benchmarks
  2. Titel und Text sind entscheidend. Ein Artikel in Story Bench über die neueste Studie von Michelle Borkin, „Beyond Memorability: Visualization Recognition and Recall“ (Über die Einprägsamkeit hinaus: Erkennung und Erinnerbarkeit von Visualisierungen) veränderte die Art und Weise, wie ich meine Visualisierungen erstelle. Anhand von Heatmaps führt der Artikel aus, dass das menschliche Auge zuerst zu den Titeln, zum Text und den Piktogrammen hingezogen wird. Wenn Sie wie ich eher Zahlenmenschen sind, kann Ihnen diese Erkenntnis die Augen öffnen. Denken Sie daran, dass andere mit den zugrunde liegenden Daten nicht so vertraut sind wie Sie.
  3. Testen, testen, testen. Testen können Sie nie genug:
    • Wird Ihre Visualisierung korrekt im Internet angezeigt, auch auf Bildschirmen verschiedener Größen? Öffnen Sie sie in Chrome und Firefox, um die Ergebnisse zu optimieren. Tipp vom Profi: Probieren Sie den Geräte-Designer, um dem Betrachter eine gute Benutzererfahrung auf jedem beliebigen Gerät zu gewährleisten.
    • Versteht Ihre Zielgruppe Ihre Visualisierung? Wir lernen eine Menge, wenn wir Leuten bei der Interaktion mit einer Visualisierung zuschauen. Fragen Sie darum die Benutzer: Verstehen Sie, wie die Visualisierung aufgebaut ist? Können Sie die Antworten finden, nach denen Sie suchen?

Dritter Schritt: Geben Sie Ihren Kursteilnehmern eine schwierige Aufgabe zu knacken.

Nach meinem eintägigen Kurs bildeten die 96 Kursteilnehmer Dreiergruppen für den Datenvisualisierungswettbewerb von Amadeus-EDHEC-Tableau. Bei diesem Wettbewerb hatten die Teilnehmer zwei Wochen Zeit, um ihre Abschlussvisualisierungen in Tableau Public zu veröffentlichen. Es galten die folgenden einfachen Regeln:

  • Verwenden Sie den öffentlich verfügbaren Airport Eurostat-Datensatz. (Laden Sie eine Visualisierung unten herunter, um die Daten anzusehen.)
  • Wählen Sie eine Geschäftsfrage auf Basis der Daten.
  • Erstellen Sie ein Tableau-Dashboard, um Ihre Frage zu beantworten.
  • Veröffentlichen Sie Ihr Dashboard auf Tableau Public.

Ich hatte ein bisschen Sorge, von meinen Kursteilnehmern zu viel zu verlangen, weil die meisten wenige Tage vorher noch nie etwas über Datenvisualisierung oder Tableau gehört hatten. Aber ich war sehr erfreut über das, was die Kursteilnehmer zustande brachten. Allen gelang es, informative, relevante Dashboards zu veröffentlichen. Sehen Sie sich die Visualisierungen der Preisträger an:

1. Platz: Neue Flugziele für Nizza

„Mir ist klar geworden, welche Kraft in einer großartigen Story in einem modernen Geschäftssetting steckt. Wir werden laufend mit Daten aus verschiedenen Quellen und von unterschiedlicher Reichweite bombardiert, aber hängen bleiben nur diese Datenpunkte, die in eine großartige Story eingebunden sind. Mit der Hilfe von Tableau und der Expertenberatung von Yvan Fornes arbeiteten mein Team und ich dafür, dieses Konzept der Datenstorys in unserer Visualisierung zu verkörpern.“

2. Platz: Wo sich Investitionen in Europa lohnen

„Ich habe Tableau im MBA-Programm der EDHEC und dank Yvan Fornes, Tableau-Zen-Meister bei Amadeus, entdeckt. Als PMP-Projektmanager freue ich mich schon sehr darauf, dieses Tool in einem professionellen Kontext zu verwenden! Zusätzlich ist die Galerie von Tableau Public eine sehr wertvolle Informationsquelle, die ich jetzt regelmäßig durchsuche, ergänzend zu herkömmlichen Nachrichtenmedien.“

3. Platz: Saisonvariation im Flugverkehr und Expansion von Fluggesellschaften

„Angesichts unseres hohen Entscheidungstempos und der Menge der heutzutage verfügbaren Daten ist Tableau ein leistungsfähiges Tool zur schnellen Erkennung von Mustern, Trends, zur Eingrenzung von Problemen und Entwicklung von schnellen Lösungen.“

Das Lernen geht weiter

Die Studierenden des Global MBA an der EDHEC zu unterrichten, war eine echte Freude, denn sie waren hochgradig engagiert und lernten schnell. Sie bereicherten den Kurs durch ihre umfangreichen beruflichen Erfahrungen aus Ländern in der ganzen Welt; dies hat zur Verbesserung und Bereicherung meiner didaktischen Methode beigetragen.

Ich hoffe, diese Ressourcen aus der Präsenzschulung können Ihnen nützen, um Tableau besser kennenzulernen und anderen dabei zu helfen, in nur einem Tag über visuelle Analysen zu lernen. Bitte hinterlassen Sie einen Kommentar dazu, welche Ressourcen Sie am meisten beim Lernen und Lehren über Visual Analytics nutzen. Je mehr wir kommunizieren und unsere Erfahrungen bei der Arbeit mit Daten austauschen, desto besser können die Leute die Daten sehen und verstehen.

Sehen Sie sich die Tableau-Seite mit Materialien für Kursleiter an. Hier finden Sie Möglichkeiten zu Selfservice-Schulungen, fertig aufbereitete Kursmaterialien, Antworten auf häufig gestellte Fragen und einen Lizenzsupport.

Weitere Tipps, Tricks und Visualisierungen von Yvan finden Sie auf dieser Tableau Public-Seite. Sie können sich auch mit Yvan auf Twitter verbinden: @YvanFornes.

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