Effizienz durch Interactive Map Software - Mobility Outreach International


Wenn in den Vereinigten Staaten ein Mensch einen Arm oder ein Bein verliert, kann durch die Verwendung von Interactive Map-Software und Geographical Heat Map-Software ein ganzes Netzwerk aus Ärzten, Prothesenexperten und Physiotherapeuten schnelle Hilfe leisten.

Nur wenige Hundert Kilometer weiter südlich sieht das in Haiti ganz anders aus.

„Für Menschen mit Behinderung ist das Leben in Haiti nicht leicht. Die meisten von ihnen erhalten keine Hilfe“, sagt der Orthopädie- und Prothesenberater Mahmadou Soulé.

Dem haitianischen Experten zufolge besteht für die Hilfsbedürftigen keine Möglichkeit, eine Prothese zu erhalten. So ist es noch schwerer für sie, in dem armen Land ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Aber Soulé ist nicht bereit, die Hilfsbedürftigen im Stich zu lassen. Soulé und seine Partner bei Mobility Outreach International (MOi) helfen, damit die Menschen wieder laufen können und die Chance auf ein unabhängiges Leben erhalten.

MOi wurde vor 27 Jahren im Nachgang des Vietnamkriegs gegründet. Seither haben die Organisation und einheimische Ärzte mehr als 20.000 Hilfsbedürftigen in Vietnam, Haiti, Sierra Leone und Bangladesch dabei geholfen, wieder laufen, arbeiten und ein Leben ohne Einschränkungen führen zu können.

Geographical Heat Map Software - Kartendaten mit Patientendaten zur Ermittlung von Chancen verknüpfen

Als Carla Villoria im Jahr 2014 bei MOi anfing, war ihre Aufgabe klar umrissen: Sie sollte die Daten der Organisation analysieren und den Teams vor Ort helfen, ihre Erfolgsquote zu steigern.

Für Prothesen, Orthesen und die Behandlung von Klumpfüßen ist eine konsequente Therapie (und Anpassung) erforderlich, die bis zu fünf Jahre dauern kann. Da jedoch viele Patientenakten in Papierform geführt werden, hatten nur sehr wenige Ärzte Zugang zur Patientenanamnese und zu den Behandlungsplänen.

„Meistens lagen uns Excel-Blätter mit jeder Menge Daten vor, die einmal im Monat von Papierformularen übertragen wurden. Die strotzten nur so vor Fehlern, und der ganze Prozess war unheimlich mühselig und aufwendig“, sagt Carla.

Die Behandlung ist anstrengend, und häufig sind die Patienten aus dem Programm ausgestiegen und haben sich mit einer Teilbehandlung zufrieden gegeben bzw. ihre Prothese oder Schiene gänzlich abgelegt.

„Die Ärzte haben jeden Tag operiert, doch die Patientenanamnese war nur in ihrem Gedächtnis gespeichert. Sie hatten nicht einmal einen Überblick über die Vorgänge in der eigenen Klinik und noch weniger von der Situation im ganzen Land.
 Das Datenproblem ließ sich ganz einfach und umgehend beheben – mit den Smartphones in den Taschen der Ärzte.

Die Herausforderung bestand jedoch darin, die Ärzte dazu zu bewegen, die Daten mit ihrem Smartphone zu erfassen. Darin sah MOi eine Chance: Wenn es der Organisation gelänge, die Daten zeitnah an die Ärzte weiterzugeben, würde das den Organisationsablauf vereinfachen und zu einer besseren Behandlung führen.

Im Jahr 2015 begann die Organisation mit der Nutzung der App „CommCare“ von Dimagi, um die Patientendaten per Smartphone zu erfassen und den Behandlungsfortschritt zu verfolgen. Gleichzeitig begann das MOi-Team, Prototypen einiger Tableau-Dashboards zu erstellen und zu testen, um sowohl die einzelnen Kliniken als auch das landesweite Programm zu informieren.

Zunächst waren viele erfahrene Ärzte eher skeptisch. Doch als das MOi-Team die Prototypen vorstellte und das Feedback der Ärzte schnell umsetzte, ließen sie sich umstimmen.

Bei der Automatisierung der Berichte und der Erstellung der Visualisierungen wurde Carla von Matt Coles vom Tableau Service Corps ehrenamtlich unterstützt. Bis Oktober waren 47 MOi-Partnerkliniken in Vietnam, Haiti, und Sierra Leone mit von der Partie.

Verfolgung des Behandlungsfortschritts mithilfe der Kartendaten in Tableau

Die Ärzte dokumentieren ihre Patientendaten jetzt mithilfe von CommCare. Darüber hinaus verwenden sie Dashboards in Tableau Online, um ihre tägliche Arbeitsbelastung zu verwalten und den Behandlungsfortschritt der einzelnen Patienten zu verfolgen. Sie können eine ganzheitliche Ansicht der Leistung ihrer Klinik aufrufen und ihren Fortschritt mit Kliniken im ganzen Land vergleichen. In Kombination mit geografischen Daten versetzen diese Daten MOi in die Lage, die Verbesserung der Erfolgsquoten nach Region darzustellen.

Das Team des MOi-Programms kann die Daten wiederum verwenden, um seine Arbeit zu bewerten, seine Effektivität zu verbessern und die Outreach-Programme auf schlechter versorgte Landesteile auszudehnen.

Langfristige Aussichten

Laut MOi ist davon auszugehen, dass 100 Prozent seiner Partnerkliniken und Prothesenwerkstätten in Vietnam, Haiti und Sierra Leone bis Mitte 2016 das System nutzen werden.

„Die Reaktion in Haiti war besonders überwältigend. Die Klinikärzte sind begeistert davon, weniger lästigen Papierkram bewältigen zu müssen“, sagt Carla.

Sie freut sich auch über den Erfolg von MOi, diese Programme an die nationalen Gesundheitsministerien zu übergeben und zu erleben, wie sie dort florieren.

„Wir möchten Teil des aktuellen Gesundheitssystems sein und den Behörden helfen, die Gesundheitsversorgung (wieder) aufzubauen und möglichst vielen Menschen ihre Mobilität zurückzugeben und wieder zu einem würdevollen Leben zu verhelfen“, sagt Carla.

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