Viele behandeln die Visualisierung mit Geodaten als Untergruppe von Diagrammen. In diesem Glossar werden sie gesondert eingestuft. Dies soll die Erkundung und die Ermittlung neuer Möglichkeiten zur Durchführung von Visual Analytics vereinfachen. Mit diesem Ansatz wird aber keine neue Systematik entwickelt. Erkunden Sie die im Folgenden aufgeführten Beispiele und erfahren Sie mehr zu der Frage, warum die Visualisierung mit Geodaten für die Analyse von Daten so bedeutsam ist.

Inspirierende Beispiele von Visualisierungen mit Geodaten aus der Community

Mithilfe verschiedener Visualisierungen aus der Tableau-Community möchten wir Ihnen zeigen, wie attraktiv Daten präsentiert werden können. Weitere praktisch orientierte Beispiele finden Sie unter den analytischen Funktionen und unter den einzelnen Visualisierungstypen.

Was ist eine georäumliche Visualisierung oder eine Visualisierung mit Geodaten?

Bei diesen Visualisierungen liegt der Schwerpunkt für die Gewinnung von Erkenntnissen auf der Beziehung zwischen Daten und Standort. Für eine Geodatenanalyse können beliebige Positionsdaten verwendet werden. Das Besondere an georäumlichen Visualisierungen ist die Skalierung. Ein Diagramm von Schaltkreisen auf einem Mikrochip stellt Positionen dar, hat aber keinen georäumlichen Charakter. Es bildet weder die Erde noch einen anderen Himmelskörper ab. Auch eine Sternenkarte ist nicht georäumlich, eine Karte der Marsoberfläche dagegen schon. Bei Geovisualisierungen werden Ebenen mit Variablen über die Karte gelegt und die Werte für Breitengrad bzw. Längengrad zur Gewinnung von Erkenntnissen genutzt.

Im Mittelpunkt der Visualisierung mit Geodaten stehen Karten. Die Bandbreite reicht dabei von der Abbildung von Straßen, Städten, Parkanlagen oder Regionen bis zur Darstellung der Grenzen eines Landes, eines Kontinents oder des gesamten Planeten. Karten sind eine Art Container für zusätzliche Daten. Damit schaffen Sie einen speziellen Kontext mithilfe von Formen und Farben zur Steuerung des visuellen Fokus. Sie unterstützen die Ermittlung von Problemen, die Nachverfolgung von Änderungen, das Verständnis von Trends sowie die Durchführung von Prognosen in Bezug auf bestimmte Standorte und Zeitpunkte.

Visualisierungen mit Geodaten kennzeichnen die physische Verbindung zwischen Datenpunkten. Dies macht sie aber anfällig für bestimmte Fallstricke, die potenziell Fehler nach sich ziehen:

  • Skalierung – Änderungen der Kartengröße können zu unterschiedlichen Interpretationen der Daten führen
  • Automatische Korrelation – Eine Ansicht kann eine Verbindung zwischen benachbarten Datenpunkten auf einer Karte nahe legen, auch wenn die Daten nichts miteinander zu tun haben

Bedenken Sie immer Ihre Zielsetzung und auch die gängigen Fallstricke, wenn Sie über eine georäumliche Visualisierung Ihrer Daten nachdenken.

Typen von Visualisierungen mit Geodaten

Die folgenden Rubriken enthalten eine Kurzbeschreibung der gängigsten Typen von Visualisierungen mit Geodaten. Mit der Erweiterung des Glossars in der Tiefe und in der Breite werden künftig noch weitere Typen hinzugefügt, wobei für jeden Typ eine eigene Seite mit praktischen Beispielen und mit einer Erläuterung für deren Anwendung bereitgestellt wird.

Karten mit proportionalen Symbolen

Zeigen quantitative Daten für einzelne Koordinaten über die Größe an.

Choropolethkarten

Ausgefüllte thematische Karten zur Anzeige der Verhältnis- und Verteilungsdichte in definierten Bereichen.

Punktverteilungskarten

Zeigen den ungefähren Standort zur Hervorhebung visueller Cluster in Daten an.

Heatmaps oder Dichtekarten

Heben Trends durch Anzeige der Häufigkeit von Ereignissen hervor.

Strömungskarten oder Pfadkarten

Verbinden Pfade in einer Karte zur Hervorhebung von Änderungen im Zeitablauf.

Topografische Karten

Zeigen die Höhenlage von Merkmalen auf einer Karte durch Umrisse an.

Isopleth-/Isolinienkarten

Zeigen einen Bereich quantitativer Daten als Ebene auf einer Karte an.

Netzkarten oder Ursprung-Ziel-Karten

Heben die Interaktionen zwischen Ursprungs- und Zielpunkten hervor.

Kartenanamorphote

Stellen einen Aspekt einer Karte verzerrt dar, um die zentralen Daten zu betonen.

Anhaltspunkte zur Nutzung einer Visualisierung mit Geodaten

Visualisierungen mit Geodaten sind am besten geeignet, wenn bestimmte Fragen im Rahmen einer georäumlichen Analyse beantwortet werden müssen. Dabei sollten der Standort und die Position eine zentrale Rolle spielen. Im Folgenden finden Sie einige Beispiele:

  • In welchen Ländern kommt es am häufigsten zu Erdbeben?
  • In welchen Regionen eines Landes regnet es am meisten?
  • Welcher Flughafen verzeichnet die meisten Abflüge und Ankünfte während der Ferienzeit?
  • Wo hält sich ein Vogel im Verlauf eines Jahres auf?
  • Wie komme ich in der Hauptverkehrszeit am schnellsten von Punkt A zu Punkt B?

Solche Fragen können Sie prinzipiell durch Einfügen einer Datenebene in eine Karte untersuchen. Es gibt aber möglicherweise auch eine bessere Möglichkeit zu deren Beantwortung. Für viele Fragen zu Standort oder Position ist nicht unbedingt eine georäumliche Visualisierung mit Geodaten erforderlich. Daten mit ähnlichen quantitativen Kennzahlen können oft nicht richtig auf einer Karte verglichen werden. Die Skalierung führt auch manchmal zur Verschmelzung von Daten in der Visualisierung, wenn die Standorte sehr nahe beieinander liegen. Es sollte deshalb bei Standortfragen immer erst geprüft werden, ob eine georäumliche Analyse auch wirklich die erforderlichen Erkenntnisse generiert.

Wenn die Daten selbst sich nicht einfach, also klar und unmissverständlich nachvollziehen lassen, kann eine Karte eher zu Fehlern und Verwirrung führen. Deshalb ist es besser, einen anderen Visualisierungstyp – etwa ein Balken- oder Liniendiagramm – zu verwenden, wenn Sie eine Frage damit schneller oder einfacher mit beantworten können. Verwenden Sie eine georäumliche Visualisierung, also eine Visualisierung mit Geodaten, nur dann, wenn die Daten selbst eine georäumliche Analyse nahe legen sowie klar und eindeutig dargestellt werden können.

Weitere Informationen zur Frage wann und wie Visualisierungen mit Geodaten verwendet werden können, finden Sie in diesem Hilfeartikel.

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